Baustoff Tradition

Krisenfest dank Regionalität

BERLIN. Viele Gründe, zum Backstein zu greifen, liegen auf der Hand: Backstein bietet Behaglichkeit, ist auf lange Sicht klimafreundlich, pflegeleicht, vielseitig und hat unbestreitbare bauphysikalische Vorteile. Jüngst kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Preise vieler Baumaterialien gehen durch die Decke, nicht zuletzt der Corona-Pandemie geschuldet. Die gute Nachricht: Die Backsteinproduktion zeigt sich dabei resistenter als etwa der Holz-, Kunststoff- oder Stahlsektor.

Das Haus T in Husum von timmtimm, eine weitere Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2020 für Backstein-Architektur, zeigt, wie modern Backstein in einem klassischen Umfeld auftreten kann.
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Die Geschichte des Backsteins

Beständigkeit im Wandel der Zeit

Die Geschichte des Backsteins reicht zurück bis 6.000 v. Chr. – damit zählt er zu den ältesten Baustoffen der Menschheit. Backsteinbauten überdauern Generationen und versetzen uns immer wieder ins Staunen. Neben seiner ursprünglichen Ästhetik ist es wohl gerade diese Beständigkeit, weshalb sich Backstein bei Bauherren in heutiger Zeit großer Beliebtheit erfreut.

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Bochum, von Bez+Kock Architekten (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2017 für Backstein-Architektur)
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Über das Backen von Backstein

Handschlag und Strangpress

Es gibt zwei bedeutende Verfahren, den Ton in die gewünschte Größe und Form zu bringen: Handform- und Strangpressverfahren. Gebacken wird bei beiden:

Beim Handschlagverfahren werden die Rohlinge wie mit einer Kuchenform einzeln geformt, man erhält dann sehr rustikale Backsteine. Beim Strangpressverfahren wird die Tonmasse – ähnlich wie bei der Herstellung von Spritzgebäck – unter Druck zu einem Tonstrang gepresst, von dem die Rohbacksteine sozusagen vorweggeschnitten werden. So entstehen eher die glatteren, gleichförmigeren Backsteine.

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Kein Backstein gleicht dem anderen

Der Rohstoff entscheidet über feine Unterschiede

Jeder Backstein besteht zu 100 Prozent aus Ton. Der Ton wird zerkleinert, aufbereitet und in die gewünschte Form und Größe gebracht. Diese Rohlinge trocknen einige Tage, um schließlich bei Temperaturen von 1.000 bis 1.200 °C gebrannt zu werden.

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Backsteinarchitektur ist eine Frage des Stils

Ein kurze Reise in die Backstein-Historie

Lübeck, Lüneburg, Hamburg – wer denkt hier nicht sofort an Backstein und an die schmucken Häuser mit dem traditionellen Reetdach? Doch das Bauen mit Backstein ist weniger eine Frage der regionalen Herkunft, sondern vielmehr eine Frage des Baustils. Und eine Frage der stilvollen Sanierung von historischer Bausubstanz.

"Rabbit hole", Belgien, von Lens°Ass Architects (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011 für Backstein-Architektur)
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Er mochte Backstein

LVR-Industriemuseum zeigt Ausstellung zu Peter Behrens

Peter Behrens (1868-1940) zählt zweifellos zu den bedeutendsten deutschen Architekten, außerdem war er ein Pionier des modernen Designs. Anlässlich seines 150. Geburtstags widmete das LVR-Industriemuseum in Oberhausen ihm ab dem 28. April 2018 eine neue Dauerausstellung mit dem Titel „Peter Behrens – Kunst und Technik“. Schauplatz der Ausstellung ist der Peter-Behrens-Bau in Oberhausen, ein außergewöhnliches Backsteingebäude, das der vielseitige Architekt zu Beginn der 1920er-Jahre schuf.

Behrens’ Oberhausener Entwurf folgte der Formensprache des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit.
Bücher Tradition

Moderne Monumente

In „Moderne Monumente“ wird der Baumeister Fritz Höger durch die Entdeckung verschollen geglaubten Nachlassmaterials in seinen vielen Facetten dargestellt.

Fritz Höger (1877 - 1949). Moderne Monumente von Claudia Turtenwald (Hrsg.)
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Fritz Höger

Autor Ulrich Höhns gibt Einblicke in das Leben und Schaffen des norddeutschen „Klinkerfürsten“, dessen Einfluss auf die Architektur bis heute spürbar ist. Dabei werden die Höhe- und Tiefpunkte in der Karriere Fritz Högers ebenso reflektiert wie die Schattenseiten seiner Persönlichkeit. Die Biografie ist Teil der von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius herausgegebenen Reihe „Hamburger Köpfe“, in deren Rahmen – angeregt durch Helmut Schmidt – ausgewählte Hamburger Größen vorgestellt werden, welche die Geschichte und Entwicklung der Hansestadt durch ihr Wirken und ihre Werke nachhaltig geprägt haben.

 

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